MKL S01E07: Schule

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Heute reden Caspar und Patricia über das Thema Schule – angeregt durch den Anruf einer Hörerin, die gerne wissen wollte: Was war euch bei der Wahl der Schule für eure Kinder wichtig und was hättet ihr nach der Einschulung mit dem Wissen anders gemacht?

Vorher – Nachher

Patricia hat sich bereits drei Mal für eine Schule entscheiden müssen. Für die erste Entscheidung hat sie eine Reihe von Schulen angeschaut. Dabei war ihr Fokus auf dem Bildungskonzept und dem Hortangebot am Nachmittag, weil die Kinder die ersten Jahre aufgrund der Berufstätigkeit der Eltern bis 16 Uhr und länger betreut werden müssen.
Nachdem die Schule dann aber gestartet war, zeigte sich schnell: Top Präsentation – die Realität sah dann leider sehr anders aus.

So verschoben sich die Auswahlkriterien fürs nächste Kind. Maßgeblich waren zwei Faktoren: Der (respektvolle) Umgang und die räumliche Nähe. Deswegen lautet ihre Empfehlung: Einfach mal ein bis zwei Schulpausen auf den Hof der Wunschschule stellen und beobachten, welches Klima herrscht, was die Kinder spielen und welchen Ton die ErzieherInnen und LehrerInnen anschlagen.

Schulwechsel

Auch Caspar ist nicht glücklich mit der Schule, in die seine Tochter eingeschult wurde und ist aktuell auf der Suche nach einer Alternative. Auch ihm ist am wichtigsten, dass die Kinder respektvoll und als vollwertige Menschen behandelt werden.
Typische Themen, in denen die Meinungen erfahrungsgemäß auseinander gehen sind: Das Kind ist krank, wie schnell sollen die Eltern benachrichtigt werden? Unter welchen Bedingungen findet das Schulessen statt – muss aufgegessen werden?
Da merkt man dann schnell, ob die Schule für das Kind passt oder nicht.
Seine Empfehlung um ein besseres Gefühl für die Schule zu bekommen lautet deswegen: Hospitation.

Eigene Schullaufbahn

Caspar war Klassenbester, hatte eine hohe Mathe-Begabung und durfte schon als Kind selbst entscheiden, auf welche Schule er geht. Er hat gelernt, dass die eigenen Kinder nicht unbedingt so sind, wie man selbst und man jedem Kind eine eigene Entwicklung nach eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten ermöglichen muss.
Patricia ist in Bayern zur Schule gegangen und eckte v.a. die ersten Jahre öfter mal an. Sie wäre nie auf die Idee gekommen, dass das System falsch ist und hat einfach hingenommen, dass sie falsch ist.
Sie ist als Mutter von sich selbst und ihren Einstellungen überrascht, so findet sie sich z.B. plötzlich auf der Seite der Anti-Hausaufgaben-Fraktion wieder.
Das geht Caspar ähnlich in Bezug auf das Thema „Noten geben“.

Mütter/Väter in der Schule

Die Kinder von Caspar und Patricia haben sehr unterschiedliche Empfindungen was das Eingreifen der Eltern in der Schule angeht. Patricias Kinder möchten, dass sie sich nach Möglichkeit komplett raushält. Caspars Kinder fühlen sich dadurch sicherer und bitten die Eltern auch aktiv Dinge direkt zu klären.
Für beide Familien ist aber wichtig, dass die Kinder wissen, dass die Eltern auf Seiten der Kinder und nicht der Schule stehen.

Zusammenfassung

  • In der Sendung geht es um:
  • Schulwahl – worauf sollte man achten?
  • Respektvoller Umgang
  • Absprachen mit Lehrpersonal
  • Hospitation
  • Schulwege/Pendeln
  • Kosten
  • Eigene Schullaufbahn
  • Hausaufgaben
  • Notengebung
  • „Eingreifen“ als Eltern in der Schule
  • Schulsysteme

Im Gespräch erwähnt:

P.S. Und über das Thema „andere Eltern – Elternabende“ machen wir noch eine eigene Sendung!

14 Gedanken zu „MKL S01E07: Schule

  1. Danke für diesen tollen Podcast und für die Anregungen, die ihr in den verschiedenen Folgen gibt. Aber ist euch schon mal aufgefallen, dass Clemens‘ schönste Momente immer dann sind, wenn die Familie schläft? Also nicht, dass ich das nicht verstehen könnte, aber es ist schon a weng 🤣

    • Also einerseits: ¯\_(ツ)_/¯, aber andererseits: Ja, das sind Momente, in denen ich innerlich sehr zu Ruhe komme und reflektiere und genieße. Es gibt aber noch eine Liste mit nicht verschlafenen Situationen 😉

  2. ich bin ja sehr froh, dass mein kind da noch etwas zeit hat, denn wenn ich ehrlich bin, graut es mir schon vor der entscheidung. es wird soviel druck vom umfeld gemacht, welche schule die beste wär, und gerade wenn man ein sehr internationales umfeld hat, wird eben schon mit 3 über förderungsstunden “gelernt” und man kriegt gesagt, dass man schon in dem alter mit lernen im sinne von lesen/rechnen/andere sprachen anfangen muss, dass würde man nie wieder aufholen können. während mein ansatz eher ist, ein kind muss sich auch mal “langweilen” und nicht bespasst/belernt werden, damit es eben auch selbst ideen entwickelt.
    aber auf einen podcast bzgl elternabende in den verschiedenen einrichtungen, bin ich sehr gespannt. auch weil mich patricias life twitterungen von elternabenden schon in der schwangerschaft auf diesen teil des elternseins vorbereitet hat und mir dankbarer weise eine sehr innere humorige sicht bisher bewahrt hat.

    • Ja, der Leistungsdruck ist schon absurd. In der 3. Klasse machen sich Eltern Gedanken, ob das Kind es aufs Gymnasium schafft und in der 5. wird über das Abitur geredet. Da möchte ich manchmal meinen Kopf laut auf den Tisch fallen lassen.
      Schlimmstenfalls muss man sich dann als Mutter/Vater drauf einstellen in diversen Elternrunden die anstrengende Hippie-Mutter/Vater zu sein.

  3. Danke für den gut gemachten Podcast zum Thema Schule!
    Falls Ihr mal was machen möchtet zum Thema Reformpädagogik – meine Tochter geht mittlerweile in die dritte Klasse einer Waldorfschule, da kann ich mit überwiegend positiven Erfahrungen aufwarten, auch ohne es einseitig in den Himmel zu loben.

    • Für mich war schon als Kind immer schockierend und traurig, dass es sogar Kinder gab, die sich sogar versucht haben am Zeugnistag umzubringen weil sie schlechte Noten hatten. Das hatte ich mal in den Nachrichten gehört und musste ganz doll weinen.
      Meine Eltern waren schon streng, ich wollte mir dann gar nicht ausmalen wie die Eltern solcher Kinder waren.

  4. Hallo,

    Danke für euren tollen Podcast. Ich fand die Folge zum Thema Schule sehr spannend. Eine Sache hat mir jedoch gefehlt: ihr besprecht alle unterschiedlichen Schulformen gleichwertig. Mir fehlt jedoch die Reflexion der Privilegien. Schließlich sind die meisten alternativen Schulen privat und exclusiv. Ich finde sowas bei der Schulwahl ein wichtiges Thema, da ich mir wünsche, dass mein Kind Kontakt zu den unterschiedlichsten Kindern hat. Ist das bei euch auch Thema oder eher nicht?

    Liebe Grüße

    • Du hast völlig Recht!
      Das hätte ich im Zusammenhang mit den Auswahlkriterien erwähnen sollen. Tatsächlich war das für mich neben Respekt und Entfernung ein Hauptgrund die Regelschule zu nehmen. Die Privatschulen, die wir angeschaut haben beim 1. Mal waren total homogen weiße Akademikerkinder, die mit dem SUV vorgefahren wurden. Das wollte ich als einzigen Umgang auf keinen Fall. Ich wollte gerne, dass die Kinder in einem guten, durchmischten Umfeld aufwachsen, damit sie nicht in einer seltsamen Bubble großwerden.

  5. Halli hallo,
    ich gebe zu, dass ich den Podcast noch nicht gehört habe. Dies geht bestimmt auch anderen so geht, deshalb von mir als Mutter und Lehrerin (jeweils Regelschule) eine kleine Anmerkung zu “die Kinder wissen, dass die Eltern auf Seiten der Kinder und nicht der Schule stehen”: auch ich als Lehrerin (und damit “die Schule”) stehe auf der Seite der Kinder. Also sind Lehrkräfte und Eltern ein Team, das die Kinder auf ihrem Weg begleitet. Klar treffe ich häufig für das einzelne Kind etwas unbequeme Entscheidungen, aber ich muss eben (mehr als die jeweiligen Eltern der Erzählung des Kindes vielleicht entnehmen können) Sachzwänge und Bedürfnisse anderer Beteiligter (dazu gehört auch die Lehrkraft… Bsp. Kopfweh, wenn es zu viele Unterrichtsstörungen gibt) berücksichtigen.
    Mir ist, auch in meiner Rolle als Mutter, aufgefallen, dass die Annahme, dass auch die Lehrkraft im Sinne des Kindes handelt bzw. handeln möchte, viele Unstimmigkeiten gar nicht erst zu einem riesigen Konflikt aufbauscht. (Klar gilt dies nicht für Extreme.)
    Beste Grüße
    Katharina

    • Du hast recht. Das geht etwas unter. Nur leider ist das nicht immer so. Im Kindergarten habe ich das mit den Erzieherinnen so erlebt. In unserer Schule ist das leider nicht so. Da werden die Bedürfnisse meines Kindes so hart ignoriert, dass ich nicht sehe, dass wir an einem Strang ziehen. Ich habe da oft das Gefühl, dass ich mich schützend vor mein Kind stellen muss.
      So war es übrigens auch in der anderen Schule mit dem ersten Kind.
      Natürlich heißt das nicht, dass alle Lehrerinnen/schulen so sind – aber zumindest, die, die ich für meine Kinder an zwei verschiedenen Schulen erlebt habe und Caspar und ich reden ja über unsere persönlichen Erfahrungen.

  6. Ich habe gerade den besten Tip von allen zur Schulauswahl befolgt („Empfehlung: Einfach mal ein bis zwei Schulpausen auf den Hof der Wunschschule stellen und beobachten, welches Klima herrscht“) & habe jetzt ein gutes Gefühl.
    Abgesehen davon hab ich keine Ahnung, woher ich welche Infos kriegen soll & wie die zu bewerten sind …

    • Von einigen Berliner Schulen gibt es online den Schulbewertungsbogen (hab den offiziellen Begriff vergessen). Da kannst du Durchschnittswerte von Kinder- und Lehrerbewertungen einsehen. Das fand ich auch interessant. Alleine schon, welche Schule den Bericht veröffentlicht.
      Ansonsten Tag der offenen Tür und da mal andere Eltern anquatschen, die oft Geschwisterkinder an der Schule haben?

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