MKL S04E08: Immer noch Corona-Alltag mit Kindern

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Patricia Cammarata
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Caspar Clemens Mierau

Wer hätte das gedacht? 225 Tage nach der letzten Sendung hat Corona immer noch unseren Alltag fest im Griff. Eigentlich sogar schlimmer, denn die Situation in Deutschland ist weitaus ernster als noch im Frühling. Jetzt heißt es durchhalten und weiter Kontakte einschränken und möglichst viel Zuhause bleiben.

Was hat sich geändert seitdem?

Am meisten wahrscheinlich bei Caspar, denn der ist von Berlin nach Brandenburg gezogen und beschult aufgrund des Risikostatus des einen Kindes beide Schulkinder von Zuhause aus. Da helfen feste Rituale und Absprachen. Er und Susanne teilen sich die Wochentage in Erwerbs- und Carearbeitstage auf. Wochenende ist gestrichen. Anders geht es aber nicht.

Am Leben erhalten sich Caspar und Susanne mit kleinen “Elternzeitritualen”. Zur Zeit je 10 Minuten, wenn es klappt, drei Mal am Tag ein gemeinsamer Cappuccino und ab 21 Uhr Serienschauen ohne Kinder (klingt wie Medizin und ist es bestimmt auch im positiven Sinne).

Patricia hat indes ihre Wohnung umgestellt. Die Kinder haben jetzt eigene Zimmer. Es gibt kein separates Schlafzimmer für die Erwachsenen mehr, sondern nur ein Startup-Zimmer mit sehr vielen großen Bildschirmen und ordentlich Audio-Equipment.

Patricias Arbeitgeber ist super (und hat übrigens offene Stellen*!) und ermöglicht deswegen seit Anfang der Pandemie Homeoffice und arbeitet aktiv an Meetingkultur und hat z.B. möglich gemacht, dass Bürostühle und die komplette Ausrüstung ihren Weg ins Homeoffice finden.

So oder so hilft beiden aber die Bereiche Arbeit und Familie gut zu trennen. Entweder es ist Zeit für das eine oder eben das andere. Beides nur ein bisschen oder nebenher, das klappt nicht und ist deswegen als Konzept schon lange abgewählt.

Spieletipp zum Ende: Weil wir weiterhin auf remote setzen, stellt Caspar für Brett- und Kartenspiele folgende Seiten/Programme vor:

  • Tabletopia (große Brettspiel-Plattform mit hunderten Spielen. Kostenlos und Bezahl-Modus. Man muss prüfen, ob die eigene technische Ausstattung gut zur Software passt)
  • HappyMeeple (kleinere Webseite mit einer handvoll Kartenspielen, die sich allein gegen Bots und gegen Freunde und Fremde spielen lassen)

WIR FREUEN UNS WEITERHIN ÜBER BEWERTUNGEN UND KOMMENTARE AUF ITUNES

Für die nächste Folge, die wir versuchen vor Weihnachten aufzunehmen, sind wir noch offen für Themen. Wenn ihr keine habt, dann reden wir über die aktuelle Schulsituation! Kommentiert sie hier, schreibt uns eine Mail (kontakt@mkl.wtf) oder ruft uns an 030-49910023.

*Sprecht Patricia an, wenn ihr Fragen habt. Bewerben geht bei SysEleven wirklich sehr unkompliziert.

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10 Gedanken zu „MKL S04E08: Immer noch Corona-Alltag mit Kindern

  1. Ich bin alleinerziehend und Ich hab ein halbes Jahr mit meiner Tochter (3 Jahre alt) zuhause gearbeitet. Es war furchtbar!!! Ich war mehrfach kurz vor einem Nervenzusammenbruch und habe überlegt, meinen Job hinzuschmeißen! Ich habe aber durchgehalten, dank der Hilfe meiner Mutter und auch der Vater hat einmal die Woche das Kind gehütet ö. Trotzdem sage ich: nie wieder! Es war mir in der Zeit nicht möglich, die Mutter zu sein, die ich sein will. Das möchte ich auch meinem Kind nie wieder antun.

    • Liebe Sina,

      danke für Deinen Bericht. Wir haben ja schon vermutet, wie schwer es sicher ist, wenn man alleinerziehend durch diese Zeit kommen muss. Schön, dass immerhin Deine Eltern zeitweise da waren und dennoch: Viel Kraft für die noch kommenden Wochen und Monate. Ich hoffe, Du bekommst noch Unterstützung so gut es geht.

      Viele Grüße.

  2. Oh was habe ich mich gefreut!!! Tatsächlich war ich so voller (Vor)Freude das ich immer noch überlege wann ich die Folge anhöre….wie sauteurer Wein oder Schokolade bei dem man lange überlegt wann man sie sich gönnt!!! So schön von Euch zu hören! Liebe Grüße, Kati

    • Als jemand, der sehr gern gute Bitterschokolade (Porcelana!) isst, weiß ich dieses Kompliment zu schätzen. 🙂

  3. Ich habe mich so sehr gefreut, dass es endlich eine neue Folge gibt und sie heute direkt beim täglichen „Kinder-von-der-Schule-abholen-damit-sie-sich-nicht-in-die-überfüllten-Busse-quetschen-müssen-Tour“ abzuholen.
    Mein Mann und ich sind selbständig und reiben uns zwischen Familie-Kinder-Arbeit völlig auf. Eigentlich wären wir einfach reif für einen Urlaub, aber das geht natürlich aktuell nicht. Wir freuen uns auf die Weihnachtstage, an denen wir zwar nicht komplett frei haben (unser Geschäft ist „systemrelevant“), es aber ein bisschen langsamer angehen lassen können.

    Das Thema Schule während Corona würde mich total interessieren. Als weitere Themenwünsche mag ich gerne „Selbständigkeit und Familie“ und „Corona spaltet Familien und Freundeskreise“ sowie „soziale Kontakte während Corona“ in den Ring werfen.

    Vielen Dank, dass Ihr Euch in diesen verrückten Wochen die Zeit für die aktuelle Folge genommen habt. Mit habt Ihr damit eine große Freude gemacht.

    Viele Grüße und bleibt gesund!
    Sandra

    • Danke für Deinen Bericht und Deine Themenvorschläge. Susanne und ich teilen uns ja auch selbständig die Zeiten, haben aber das Glück, dass nur ich tageweise übliche Bürozeiten einhalten muss, während Susanne da deutlich flexibler mit ihrer Autorinnentätigkeit ist, was es uns erlaubt, auch exotischere Arbeitszeiten zu nutzen. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Kraft und gute Ideen für die noch kommende Zeit.

      • Vielen Dank für Deine Antwort, Caspar.
        Wir haben eine KFZ-Werkstatt und eine Tankstelle. Da ist es schwer möglich, Dinge aufzuteilen oder sich Inseln zu schaffen. Die Tankstelle muss halt immer offen sein.
        Aber wir haben uns für diese Selbständigkeit entschieden und machen jetzt das Beste draus.
        Tatsächlich vermissen wir überhaupt nicht den vor Corona üblichen Freizeitstress. Mir fehlen soziale Kontakte außerhalb meiner beruflichen Tätigkeit, meinem Mann wiederum gar nicht.
        Insbesondere fehlen mir Umarmungen meiner Familie (außerhalb unseres Haushalts) und Freunde. Dabei war ich nie jemand, der immer und überall Körperkontakt suchte.
        Naja, manchmal merkt man eben erst, was einem fehlt, wenn man es nicht mehr hat.

        Für nächstes Jahr hätte ich tatsächlich noch einen Themenwunsch: Geschenkeschlacht zu Geburtstagen, Weihnachten, Ostern etc.
        Ich bin zu jedem Anlass immer wieder völlig unsicher: Was „muss“, was „kann“ und was ist definitiv „zu viel/wenig“?

        Deine guten Wünsche für Kraft und gute Ideen gebe ich gerne ebenso zurück.

        Herzliche Grüße
        Sandra

  4. Hallo,

    ich fand es total spannend, wie Patrizia in einem Nebensatz erwähnt hat, dass die Kinder jetzt alle ein eigenes Zimmer, sie aber dafür kein Schlafzimmer mehr hat. Kannst Du Details dazu mitteilen? Hier mit drei Kindern gleiches Thema- mag aber mein Schlafzimmer noch nicht hergeben…

  5. Liebe Patricia, lieber Caspar,
    ich höre euch aus Österreich, wo ja vieles anders ist, aber Corona dann doch nicht so sehr. Vielen Dank für eure Tipps.
    Ich arbeite als Therapeutin in einem Krankenhaus und bin daher systemrelevant. Wir waren also bei jedem Lockdown (zwei gab es bisher) vor die Entscheidung gestellt, ob wir unsere Tochter zur Notbetreuung in die Schule schicken, wo sie zwar gut und liebevoll betreut wird, aber leider nicht wirklich beschult oder ob sie zu Hause zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringt, weil mein Mann im Homeoffice arbeiten muss und dabei an viele Termine gebunden ist, seine Tage also damit zubringt, in seinen Computer zu sprechen (so sieht es von außen jedenfalls aus).
    Die Aufteilung von Carearbeit gelingt uns gut, aber arbeiten und Kind betreuen geht nicht gleichzeitig, das habt ihr ja auch schön beschrieben.
    Also: Kind in die Schule schicken. Am Nachmittag dann mit dem Kind “Schule spielen”. Wenn alle schon müde sind.
    Zwei Aspekte würde ich gerne noch anmerken, von denen ich bisher noch nicht gelesen/gehört habe – vielleicht, weil Artikel und Podcasts von Menschen gestaltet werden, die eher im Homeoffice arbeiten (können).
    Einmal die Schuldgefühle, die sich mir/uns immer wieder aufdrängten, wenn wir das “einsame Kind” auf die verwaisten Straßen in die fast leere Schule geschickt haben. Wo sie eh ganz glücklich war, weil sie den ganzen Tag schön gespielt hat. Aber nix mit Familienzeit und Bananenbrot backen und basteln und die schwierige Zeit gemeinsam verbringen.
    Und zweitens die Angst, aus dem Krankenhaus das Virus mit nach Hause zu bringen, durch meinen Beruf meine Familie in Gefahr zu bringen. Das finde ich immer noch ziemlich schwierig – wobei wir seit Juni schon die Möglichkeit haben, uns wöchentlich testen zu lassen, was ein wenig Beruhigung bringt.
    Ja – das nur noch als kleine Ergänzung. Vielen Dank für den schönen Podcast und auch vor allem diese Folge, wir konnten uns noch einige Anregungen mitnehmen!
    Elisabeth

    • Liebe Elisabeth,

      danke für den Einblick in Deinen Alltag! Es ist hilfreich, solche Geschichten zu lesen, damit man nicht zu sehr vom eigenen Alltag abstrahiert. Viel Kraft – und danke für die wichtige Arbeit. Ich kann mir vorstellen, wie schwierig die Kompromisse sind, die Ihr da eingehen müsst.

      Grüße,

      Caspar.

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