MKL S04E05: Hausaufgaben

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Heute sprechen Caspar und Patricia wieder über ein Hörer*innenwunschthema: Hausaufgaben! Sind Hausaufgaben eine gute Sache oder erschweren sie vielleicht sogar den Familienalltag?

Schulische Hausaufgaben sind in Deutschland durch die Schulgesetze der Bundesländer geregelt. In einem Teil der Bundesländer sieht das Schulrecht keine landesweit einheitlichen Regelungen vor, sondern überlässt die Regelung der Hausaufgaben oder einen Teil davon den Schulkonferenzen der individuellen Schulen. In Berlin ist letzteres der Fall.

Obwohl man sich also gegen Hausaufgaben entscheiden könnte, geben die meisten Lehrer*innen weiterhin Hausaufgaben auf. Die Vorstellung, dass Hausaufgaben zu Schule dazugehören, ist so tief ins kollektive Bewusstsein eingesickert, dass keiner mehr fragt, ob das auch sinnvoll ist.

Dabei gibt es starke Argumente gegen Hausaufgaben: Denn sie sind sozial ungerecht. Wenn Eltern die Bildung nicht haben, wie sollen die Kinder dann weiterkommen? Patricia konnte das gut beim Thema Musik nachfühlen. Da ist in der 7. Klasse Gymnasium leider Schluss mit ihren Möglichkeiten ihre Kinder zu unterstützen.

Es gilt eigentlich: Hausaufgaben müssen von den Schüler*innen selbständig, das heißt ohne Hilfe der Erziehungsberechtigten oder andere Personen angefertigt werden können.

Absolut utopisch, findet auch Caspar. Denn ohne Hilfe gehts nicht und da kommen schon die ganzen praktischen Probleme: Wer kann am Nachmittag eigentlich Zuhause sein und die Kinder begleiten und wie wuppt man das Bitteschön mit mehreren Kindern von denen eins lieber auf den Spielplatz will.

Ihr ahnt es also: Caspar und Patricia finden Hausaufgaben ätzend. Gerne würden sie sie abschaffen. Wie geht es euch damit?

Spieletipp zum Ende: Patricia hat den ganzen Urlaub mit den Kindern LAMA gespielt. Auch wenn der Ausflippfaktor zu Beginn hoch ist, ist es ein spannendes und schnelles Kartenspiel.

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5 Gedanken zu „MKL S04E05: Hausaufgaben

  1. Vielen Dank für die schöne Folge, die ich wieder gerne gehört habe. Allerdings sind die Dinge, die ihr über LSR und Dyskalkulie sagt, gefährlich falsch. In den Schulen finden keine systematischen Untersuchungen statt. Abwarten und Diagnose erst in der 3./4. Klasse führt dazu, dass den Kindern erst geholfen wird, wenn sie schon sehr leiden.

    Diese Störungen sind für die meisten Kinder extrem belastend und schambesetzt. Die Diskussion macht sich schnell über die vermeintliche Modediagnose und Helikoptereltern lustig (sowas klingt bei euch ja auch an), aber die betroffenen Kinder zweifeln zutiefst an sich selbst.

    • Hallo Stephanie,

      ich hoffe, eigentlich gesagt zu haben, dass man als Eltern hier selber aktiv werden muss, weil man sich auf die Schule verlassen sollte. Ob das schon früher als 3./4. Klasse geht, weiß ich nicht, aber da bin ich auch nicht Experte. Ich hoffe aber, dass wir zumindest das Thema überhaupt einmal angesprochen und etwas dafür sensibilisiert haben. Sollten wir noch weitere Informationen dazu haben, nehmen wir sie vielleicht in eine folgende Sendung auf. Der Hinweis auf den Sketch wahr vielleicht etwas unglücklich in dem Kontext, bezog sich da aber eigentlich nicht auf die klassischen Diagnosen, sondern scherzhaft auf andere Fächer. Beim Schneiden hatte ich noch kurz überlegt, es rauszunehmen, aber naja, so ist das manchmal bei lockeren Gesprächen ohne Script. Ich werde hier in Zukunft drauf achten, dass entsprechend zu kontextualisieren.

      Liebe Grüße!

  2. Danke für euren Podcast! Ich freue mich über jede neue Folge. Die Hausaufgaben-Folge fand ich total gelungen, merkt man doch, dass ihr da in einem ähnlichen Dilemma steckt wie ich auch: Ich stehe nicht hinter dem Konzept Hausaufgaben und dennoch soll ich mein Kind dazu bringen, sie zu machen. 🤪

  3. Ich kann die Vokabellern-App Phase 6 empfehlen. Mein Kind benutzt sie für beide Fremdsprachen. In der Grundschule ging sie in die Ganztagsklasse, Hausaufgaben gab es nur freitags, das war sehr angenehm.

  4. Hallo Ihr beiden,

    Vielen Dank für Euren tollen Podcast und die Hausaufgabenfolge. Ich habe das große Glück, dass mein (Grund-) Schulkind seine Hausaufgaben zuverlässig, selbständig und gewissenhaft erledigt und diese zügig abarbeitet. Obwohl (Achtung, Gender-Diss) es sich dabei um einen Jungen handelt.
    Allerdings finde ich es falsch, dass
    1. Hausaufgaben nicht inhaltlich kontrolliert werden
    2. Die Kontrolle auf Richtigkeit durch die Eltern erfolgen soll
    3. Zum Teil Hausaufgaben aufgegeben werden, bei denen es keine messbare Größe gibt (z. B. Lies das Gedicht zweimal laut vor).

    Ich finde, Schule sollte in erster Linie dazu dienen, Eigenverantwortlichkeit zu erlernen bzw. Zu fördern. Hausaufgaben sind Aufgaben meines Kindes, hintenrum bekomme letztlich ich durch die Schule Zusatzaufgaben aufgedrückt, indem ich als Elternteil plötzlich in der Verantwortung stehe, dass mein Kind seine Aufgaben macht und ich das zum einen zu überwachen habe, dass es die Aufgaben überhaupt erledigt, den zeitlichen Aufwand im Auge behalte und dazu noch die Korrektur übernehme. Ich bin doch keine Hilfslehrerin und ich habe ehrlich gesagt keine Lust, die Beziehung zu meinem Kind mit Rechen oder Rechtschreibfehlern zu belasten. Bitte versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass gerade diese Grundfähigkeiten das ganze Leben lang enorm wichtig sind und wir lesen auch gerne und viel, aber zum Vergnügen und nicht wegen der Hausaufgaben!
    Ich finde, das Kind muss in diesem Bereich gestärkt werden, selbst die Verantwortung zu übernehmen und das ist angeblich auch gewollt. Aber warum bekomme ich dann einen Elternbrief , wenn das Kind einmal keine Hausaufgaben macht? Mein Wunsch wäre, dass die Lehrkraft das direkt mit dem Kind ausmacht. Soll ich zu Hause schimpfen? Die Bedeutung der Hausaufgaben erläutert doch besser der/die, der/die sie auch aufgibt.
    Hausaufgaben gehören in die Beziehung Schüler-Lehrer, nicht in die Eltern-Kind-Beziehung. So, danke, dass ich das mal loswerden durfte! Und um den Bogen zum Sport zu spannen: an unserer Schule bekommen die Kinder Sportverbot (für den Schulsport), wenn sie keine Hausaufgaben gemacht haben. Angesichts Bewegungsmangel und sämtlicher Vorteile, die Bewegung auch für die Arbeit zwischen den Ohren mit sich bringt, finde ich das absolut kontraproduktiv. Wir sind dann halt mittags auf dem Bolzplatz 😜

    Liebe Grüße und alles Gute Euch!
    Mona

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