MKL S01E03: Arbeitsteilung in der Familie

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In Folge 3 sprechen Caspar und Patricia über Arbeitsteilung in der Familie. Da gibt es – auch abhängig von der Familiensituation – schließlich ziemlich viele Modelle.

Kinder so früh wie möglich einbeziehen

Patricia lebt getrennt vom Vater ihrer Kinder. Wenn die Kinder bei ihr sind, lebt sie zusammen mit den Kindern und ihrem Partner in einer Wohnung. Die Hausarbeit wird so gerecht es geht geteilt, denn im Hause Cammarata hat niemand Spaß an Hausarbeit. Ihr ist es wichtig, dass die Kinder verstehen, dass auch Erwachsene Hausarbeit lästig finden. Deswegen müssen die Kinder auch mit ran. Dafür wurden einmalig alle regelmäßig anstehenden Aufgaben zusammengetragen und erstmal nach Vorlieben aufgeteilt. Man muss diese Aufgaben aber nicht für alle Zeiten machen und da es auch Aufgaben gibt, die niemand gerne macht, wandern die von Person zu Person.

Auch Caspar berichtet von der Arbeitsteilung. Caspar lebt gemeinsam mit seiner Frau und drei Kindern in einem Haushalt. In seiner Familie hat sich bewährt, dass Haushaltsarbeiten wie Kochen gar nicht so vom restlichen Leben getrennt werden. In der Küche gibt es z.B. Spielecken und die Kinder dürfen von Anfang an mithelfen. Das bedeutet am Anfang nicht unbedingt wirkliche Hilfe im Sinne von die Wohnung ist danach tiptop geputzt und das Essen ist fertig gekocht, aber es gibt den Kindern Selbstbewusstsein und macht sie kompetent.

Patricia hat das mit ihren Kindern auch so gehandhabt, aber irgendwann waren die Kinder alt genug um zu verstehen, dass Kochen ein Prozess ist, zu dem auch das Küche aufräumen und putzen am Ende gehört.

Ohne Tools keine Organisation von Familienalltag

Wenn es um die Aufgabenteilung geht, kommen Caspar und Patricia ohne technische Unterstützung gar nicht mehr aus: Von Kalender bis Trello und Einkaufsapps ist alles dabei. Tatsächlich haben beide Familien festgestellt, dass man bis zum 2. Kind alles noch so halbwegs per Absprache und Zettelwirtschaft im Griff haben kann. Die Komplexitätsexplosion kommt dann mit dem 3. Kind. Dann gilt: Was nicht im Kalender steht, existiert nicht.

Besonders schwierig findet Patricia es, wenn Pläne platzen und kurzfristig reagiert werden muss. Da zeigt die Erfahrung, dass Aufgaben schnell an einer Person hängen bleiben und das dann zur Gewohnheit wird. Deswegen sprechen Caspar und Patricia darüber wie sie mit solchen Situationen umgehen, in denen kurzfristig umdisponiert werden muss.

50/50

Das ständige Aushandeln und Herstellen von Gerechtigkeit ist Dauerthema in beiden Familien. Von alleine kommt das nicht. Patricia berichtet außerdem von einer Studie, die zeigt, dass selbst in Familien, in denen die Partner beide glauben alles gerecht zu teilen, rund 70% der Care-Arbeit an der Frau hängen bleibt und zwar unabhängig vom ihrem Erwerbsgrad.

Rollenbilder abwerfen

Sowohl Caspar als auch Patricia mussten lernen zu reflektieren, was ihnen die Sozialisation und die erlebten Rollenbilder der Familie, in der sie aufgewachsen sind, mit auf den Weg gegeben haben. Sie sprechen deswegen mit dem Partner, was man erwartet und was man nicht erwartet.

Zusammenfassung

In der Sendung geht es um:

  • In welcher Familienkonstellation lebt Patricia?
  • Wie werden Haushaltsarbeiten bei Patricia in der Familie aufgeteilt?
  • Wie werden Haushaltsarbeiten bei Caspar in der Familie aufgeteilt?
  • In welcher Familienkonstellation lebt Caspar?
  • Wie wird in den Familien gekocht?
  • Wie war das eigentlich in der Kindheit von Caspar und Patricia?
  • Wie finden die Absprachen statt?
  • Welche Tools benutzen die Familien um die Absprachen und Aufgaben zu verschriftlichen?
  • Wie gehen die Familien mit Planänderungen um, weil die Kinder krank werden oder plötzlich Meetings anstehen?
  • 50/50 – klappt das wirklich? Und wie ist das mit dem ewigen Argument: “Ich verdiene aber mehr”?
  • Welche Rollenbilder haben wir um Kopf und wie werden wir sie wieder los?

Im Gespräch erwähnt:

6 Gedanken zu „MKL S01E03: Arbeitsteilung in der Familie

  1. Hallo ihr beiden,
    Auch diese Podcastfolge war wieder sehr interessant, seit einer Woche überlege ich was ich von meinem Partner nicht erwarte, interessanter Gedanke es andersherum anzugehen. Das beschäftigt mich da ich seit zwei Monaten wieder angefangen habe zu arbeite und ich bzw wir die (haus)Arbeit nun wieder anders verteilen.

    Kann eigentlich, die Anruffunktionen nicht mehr genutzt werden?

    Ein Themenvorschlag hätte ich zum Mediennutzung, da hat Patrizia ja schon viel gutes zu geschrieben. Ich frag mich wann bekommt iunseren großer 7) ein eigenes Medium (iPad …)
    Wir stehen der mediennutzung offen gegenüber, das schwierige ist für mich die Balance zwischen erlauben und verbieten. Und ich möchte ihm auch nix vorenthalten, Computer spielen macht schon Spaß 🙂
    Dürfen eure Kinder eigentlich Hörspiele „bingehearing“? Mein kleiner (4) kann das stundenlang nur da frag ich mich, Fernsehen, iPad und Gameboy ist begrenzt, sollte das dann auch begrenzt werden. Bis jetzt tendiere ich zu grenzenloses hören.
    Danke Patrizia für deine Blogartikel dazu, die geben mir eine Sicherheit. Da darin auch die Vielfalt an Möglichkeiten bzgl mediennutzung gezeigt werden.

    Liebe Grüße Eetje

  2. So, nun habe ich alle 3 Folgen am Stück gehört – ist das schon binge-listening? Es war ein großes Vergnügen zuzuhören, vielen Dank (Trello wurde jetzt installiert und Pu der Bär wird Montag besorgt..So geht wohl influencer Marketing 😉 )
    Zur Arbeitsteilung: wir (5köpfige Familie, beide Eltern angestellt 50% und 80%, Kinder zwischen drei und neun) haben keine festgeschriebenen Aufgaben, wobei es bei den Erwachsenen bestimmte Aspekte des Alltags gibt, die jeweils der eine (Steuer, Autokram, Versicherungen..) oder der andere (Orgakram für die Kinder, Klamotten, Geschenke besorgen..) gut und gerne machen und das funktioniert auch gut. Die Kinder helfen in erster Linie bei der Essensvorbereitung und dem Abräumen danach; ansonsten nur sporadisch…ich überlege gerade, ob wir nicht das Cammaratasche Konzept mal ausprobieren sollten..
    Kleiner Nachtrag zum Kindergeburtstagsbeitrag: unsere Geburtstage laufen 1:1 so ab wie im Hause Mierau; kam mir teilweise so vor, als würde ich meinem männlichen alter ego lauschen.
    Freue mich schon sehr auf das Thema Digitalisierung, das ich auch immer schon eifrig bei dasnuf mitlese..
    Vielen Dank und viele Grüße
    Katharina

    • Das ist eindeutig Binge-Listening! Sehr gut 🙂
      Ich kann mich nicht erinnern, ob wir drüber geredet haben. Wir Erwachsenen rotieren tatsächlich auch Aufgaben, wenn wir sie an sich gut und gerne machen. Einfach im Sinne einer Vertreterregelung (wenn mal einer krank ist oder schlimmer, muss man die Familie auch weiter “managen” können) und auch, weil es eben doch oft so ist, dass der Mann sich ums Auto und ums Löcher bohren und die Frau um die Kinderklamotten und ums Kochen (etc) kümmert und wir den Kindern gerne zeigen wollen, dass es keine geschlechtstypischen Aufgaben gibt, sondern dass es an der Sozialisation hängt.

      • Guter Punkt; allerdings haben mehr die “unsichtbaren” Aufgaben (Orgakram hinter den Kulissen..) eine eindeutige Zuordnung; zudem wird das dennoch an und abgesprochen, so dass eine “Vertretung” wahrscheinlich kein Problem wäre. Ich glaube in den Augen der Kinder, kann hier jeder alles (oder nichts) 🙂 Es gibt in meiner Erfahrung keine Alltagsaspekte, die die Kinder automatisch nur dem einem oder anderen zuweisen würden (liegt vielleicht auch daran, dass es hier eher gegen die “Norm” läuft, da der Mann eindeutig besser/lieber einkauft/backt und haushaltet); dennoch gut und wichtig darauf hinzuweisen..
        Wie gesagt, freue mich schon auf die nächste Folge (haben Trello übrigens wieder runtergeschmissen und probieren jetzt Looping aus..bei Pu sind wir mittlerweile bei Kapitel 3)
        Schönes Wochenende

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