MKL S01E01: Lesen

avatar
Patricia Cammarata
avatar
Caspar Clemens Mierau

Die erste Folge startet mit einer These unserer ersten Anruferin Suse, die sagt: Gute Kinderbücher haben zwei Ebenen: eine für Kinder und eine für Erwachsene. Patricia kann dem uneingeschränkt zustimmen und Caspar fällt gleich ein Beispiel ein: Pu der Bär. Damit ist aber nicht die Disney-Variante gemeint, sondern die Vorlage von Alan Milne, die aus den 1920ern stammt.

Pu der Bär

Besonders lesenswert ist die Übersetzung von Harry Rowohlt, die mit viel Sprachwitz ins Deutsche übertragen wurde, was u.a. den Reiz für Erwachsene ausmacht. Für Kinder ist Pu der Bär einfach eine niedliche Geschichte des kleinen Jungen Christopher Robin, der gemeinsam mit seinen Freunden „Ferkel“, der altkluge Eule „Oile“ und dem depressiven Esel „I-Aah“ und natürlich Pu dem Bären, lustige Abenteuer erlebt. Als erwachsener Vorleser fühlt man sich eher an Loriot erinnert, wenn man die schrulligen Charaktere des Buchs begleitet.

Tatsächlich kann man sich, wenn man Spaß an Pu der Bär hat auch noch in die realen Rahmengeschichten einlesen: Caspar berichtet z.B. woher der Name Winnie kam, denn Winnie ist ja der Originalname von Pu dem Bären (Winnie-the-Pooh).

Wohin mit den Büchern?

Weiter geht es mit der Frage, was man mit all den Büchern macht, die sich im Laufe der Zeit anhäufen. Caspar kommt selbst aus einem Haushalt, in dem Bücher eher Einrichtungsgegenstände sind und neigt deswegen zum Behalten. Ab und zu wird ausgemistet. Als Berliner stellt man dann „Zu Verschenken“-Kisten vor die Haustür oder scannt die Bücher mit einer App, welche die Bücher dann als Secondhandware anderen zur Verfügung stellt.

Patricia mags lieber übersichtlicher und sortiert deswegen regelmäßig aus, was aber nicht heißt, dass nicht einige Buchschätze gesichert werden. Dafür vakuumiert sie sie.

Warrior Cats

Apropos viele Bücher. Patricia führt ein wenig in die Welt der Warrior Cats ein, denn die werden in ihrem Haushalt rauf und runter gelesen. Tatsächlich ist die Warrior Cats Serie  unfassbar erfolgreich. 2016 waren schon 30 Millionen Exemplare verkauft und in 35 Sprachen übersetzt. Wenn eure Kinder Warrior Cats lesen, fragt sie doch mal, was sie so daran fasziniert. Kind 2.0 sagte, dass es v.a. die Schreibart toll findet. Jede Geschichte wird aus Sicht einer einzelnen Katze in Ich-Perspektive geschrieben. So schaut Kind 2.0 durch die Augen einer speziellen Katze und durchlebt ihre Wahrnehmung. Kind 2.0 findet Warrior Cats wahnsinnig spannend und auch lustig. Zum Beispiel sind Hunde ein bisschen schwer von Begriff und leben die Katzenklans nicht mit anderen Tieren zusammen, haben sie in Ermangelung von Menschenwissen Eigennamen für die Gattungen. Pferde heißen z.B. Donnerhufe.

Leseregeln?

Abschließend unterhalten sich Caspar und Patricia darüber, ob Lesen reglementiert wird und wie leicht oder schwer man sich damit tut Bücher zu kaufen. Wie ist das bei euch? Habt ihr feste Leseregeln wie „Pro Woche drei Stunden lesen und dann ist aber Schluss!“?

Zusammenfassung

In der Sendung geht es um:

  • Pu der Bär
  • Die Frage, was man mit all den angesammelten Kindernbüchern macht
  • die Feststellung, dass Bücher der Kindheit teilweise unlesbar sind
  • Warrior Cats
  • Lese- und Bücherkauflimits

Die nächste Folge Mit Kindern Leben erscheint am 1. April 2018 und geht um Kindergeburtstage.

Lasst uns in den Kommentaren oder auf dem AB 030-49910023. wissen, wie euch die 1. Folge gefallen hat. Ihr könnt uns auch Themenwünsche für zukünftige Folgen hinterlassen. Wir sind gespannt!


Nachträgliche Ergänzung:

Hörerinnenempfehlung

Unsere Hörerin Heike hat uns auf dem AB die Kinderzeitschrift Gecko empfohlen. Patricia kannte sie schon und Caspar hat sie sich gleich bestellt und für gut befunden. Gecko ist komplett werbefrei und kostet 6,80 Euro.

„Ein kindgerechter Türöffner in die Welt der Bücher, intelligent, einfühlsam und ganz ohne Werbung – das war unser Traum von einer Zeitschrift für Vorschulkinder, den wir im September 2007 mit der Veröffentlichung der ersten Gecko-Ausgabe verwirklicht haben.“

Quelle: Gecko

Dieser Eintrag wurde von dasnuf veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.

29 Gedanken zu „MKL S01E01: Lesen

  1. Das hat tatsächlich gut geklappt mit der Länge der ersten Folge und dem Weg zur Arbeit. Als Caspar meinte „ich hoffe, ihr seid gut angekommen“ stieg ich grad aus der Bahn. 🙂

    Als Themenvorschlag hätte ich gern Alternativen zu Wenn-Dann-Sätzen. „Wenn du dir jetzt nicht die Zähne putzt, gibt es morgen Abend nix Süßes mehr“. Zum Beispiel. Ich muss leider zugeben, dass die in unserem Haushalt sehr oft Einzug halten, weil es sonst nicht klappt. Das liebevolle Begleiten fruchtet bei uns nicht, da führe ich liebevoll Selbstgespräche und das Kind ignoriert mich. :-/

  2. Gerade habe ich Eure erste Folge gehört. Es war das allererste Mal, dass ich mir überhaupt einen Podcast anhörte. Irgendwie bin ich immer ein bisschen später dran mit den ganzen Social-Media-Kanälen (zählt ein Podcast überhaupt dazu?) etc. Aber dann erreichen sie mich doch irgendwann und diesmal habt IHR mich also zum Podcast gebracht. Weil ich Eure Blogbeiträge schon länger (still) lese und wirklich gut finde und ihr mich mit Euren Ankündigungen nun wirklich neugierg gemacht habt.
    Und ich habe Euch wirklich gerne und ge- bzw. entspannt zugehört U-Bahnen gibt es hier nicht (ich komme vom Dorf), aber ich konnte nebenbei noch andere Dinge erledigen, die mir dadurch viel leichter von der Hand gingen- ein nicht zu unterschätzendes Argument für das Hören weiterer Podcasts.
    Meine zwei Kinder sind erst wenige Monate und fast 3 Jahre alt. Wir stehen also erst am Anfang einer Bücherliebe, viele sind bei der Großen aber jetzt schon sehr beliebt und werden mehrmals täglich angeschaut, gelesen, vorgelesen und bespielt. Mal schauen, wie es sich weiter entwickeln wird.
    Fazit: Ich bleibe dran bei Euch, freue mich auf die nächste Folge und werde mir jetzt wohl auch mal andere Podcasts anhören. Danke!

  3. Tolle erste Folge! Unser Kleiner ist zwei – bisher brauchen wir keine Leselimits! Jeden Abend ganz viele Bücher anschauen bis die Augen zufallen. Beim Bücher kaufen sind wir selbst sehr schlechte Vorbilder, da wir selbst seeeehr viel kaufen.

    Und das blaue Auge ist doch eine echte Supernerd-Verletzung!

    Viele Grüße,
    Falk

  4. Wollte euch ganz motiviert auf die Mailbox sprechen, aber das hat nicht geklappt- vielleicht voll?
    Jedenfalls freue ich mich sehr, dass ihr nen Podcast macht!! Von mir aus kann der auch gerne länger sein, erstens speichert der Player ja, wo man war und zweitens radel ich immer und höre ihn beim Haushalt machen 🙂
    Mitnehm-Kisten gibt’s übrigens auch in Süddeutschland! Und die schöne-Momente-am-Schluss-Idee find ich top! Für sowas liebe ich Blogs etc, das kann ich so leicht im Alltag übernehmen!
    Also nochmal danke, ich freue mich schon auf die nächste Folge!

  5. Vielen Dank für den Podcast. Macht Spaß euch zuzuhören. Der Osterhase wird sicher Winnie Pooh mitbringen (:-)Ich freue mich auf die naechsten Folgen. Vielleicht kommt ihr ja irgendwann noch mal zum Thema Essen/ Ernährung. Also wie geht ihr damit um wenn die Kinder essfaul oder sehr einseitig essen wollen ? Bietet ihr Alternativen an wenn das Essen dem /den Kindern nicht schmeckt? Was tun wenn nur gern nebenbei draußen gegessen wird, nicht aber sitzend am Tisch?

  6. Hallo,

    Danke für diese 30 Minuten! Es hat wirklich Spaß gemacht euch zuzuhören und ich wäre gerne in die Diskussion mit eingestiegen. Weil das ja nicht ging muss ich es jetzt als Kommentar hinzufügen 🙂

    Ich liebe pu der Bär auch sehr, und kenne die Geschichten seit ich denken kann. (Das Hörspiel aus dem Hörverlag ist auch absolut zu empfehlen) und genau wie ihr das sagt, trifft auch hier genau diese These zu, dass gute Kinderbücher zwei Ebenen haben.
    Als ich es neulich mal wieder las stellte ich fest, dass es sogar richtig gesellschaftskritisch ist (zb die Geschichte als känga und ruh als fremde in den Wald kommen) und das obwohl es 100 Jahre alt ist.
    In dem Zuge wollte ich Caspar noch „den Wind in den Weiden“ ans Herz legen, wenn er ihn nicht schon längst kennt.

    Übrigens bin ich auch absolut der Typ buchaufheber!
    Einfach weil ich heute noch so unfassbar gerne die Bücher anschaue, die ich damals so gerne gelesen habe, und gerade solche Bücher wie pu der Bär offenbar wahre Klassiker sind die einfach immer passen!

    • „Den Wind in den Weiden“ sehe ich mir an, danke. Übrigens gibt es wohl einen Christopher Robin Spielfilm und einen Park, der die Vorlage für den Wald war. Kann man besichtigen

      • Wobei Wind in den Weiden schon ganz schön krass ist. Also nicht, dass du da was warmherziges erwartest (oder erinnere ich mich da falsch?).

      • Ah, das wusste ich gar nicht! Das wird gleich mal gegoogelt mit dem Park!

        Die Charaktere sind etwas herber im Wind in den Weiden und es ist spannender. Warmherzig finde ich es allerdings trotzdem. Pu der Bär wirkt nur viel mehr wie heile Welt auf den ersten Blick, vielleicht deshalb?

  7. Vielen Dank! Ich muss gestehen ich war neugierig auf die Stimme Hr.Mierau🙂. Bin sehr neugierig ob mein Sohn sich bald zum Lesekind entwickelt, ein Vorlesekind ist er auf jeden Fall jetzt schon. Wir sortieren aus in Bücherkisten etc. Weniger werden sie deswegen nie, weil ich mindestens immer so viele aus anderen Bücherkisten wieder mitschleppe. Und mein Kind auch weiß dass man Eltern viel leichter dazu bringt ein Zweitbuch zu kaufen als ein zweites Legofahrzeug weil da heißt es einfach nie haben wir schon so viel. Und ja Kinderbücher müssen auch den Eltern Spaß machen, wir haben oft noch sehr gelacht über die Bilder bei Petterson, da lag das Kind schon lang im Bett…
    Und im übrigen geht euer Podcast sehr gut auch auf dem Sofa ohne U -Bahn.
    Auf das Thema Kindergeburtstag freue ich mich schon ….

  8. Per Sprachnachricht hat R. gefragt, welche Bücher bei mir Vorlesehits sind. Das beantworte ich gerne: Kürzlich erst der Riese Grapsch und ein Evergreen ist „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“. Das hat nicht mal eine 2. Ebene extra für Erwachsene – aber ich mag es trotzdem gerne und die Kinder wollten es immer und immer wieder vorgelesen bekommen.

  9. Hallo und vielen Dank für den tollen Podcast. Es war bei mir auch der erste den ich bewusst angehört habe. Ihr habt sehr nette, warme Stimmen. Es war sehr entspannend zuzuhören. Meine Kinder sind 3 und 6 Jahre alt und wir lesen sehr gerne. Ich freue mich sehr über die tollen Buchvorschläge hier. Meine Tochter mag derzeit sehr gerne Hexenbücher. Petronella Apfelmus und Flora Flitzebesen. Generell ist sie aber für alles offen und mein Sohn (3) entspannt auch ganz gut dabei aber schläft dann meist schnell ein (Familienbett). Für ihn lesen wir vorweg meistens ein Pixiebuch oder zum 20. Mal Cpt Sharky. Freue mich schon auf die nächste Folge. Kindergeburtstag ist ein sehr spannendes Thema. LG

  10. Hallo Ihr Lieben! Vielen Dank für den tollen Podcast. Ich habe ihn des Nachts beim krankes-Kind-gesundstillen gehört. Das Thema lesen ist bei uns noch nicht ganz so präsent, unser „Großer“ (heute zwei- juhu es gibt Kuchen) liebt aber alle seine Bilderbücher und sieht sie sich mehrmals am Tag an. Sooft ich es schaffe, erzähle ich ihm beschreibend was auf den Bildern passiert. Wann ist eurer Meinung nach ein guter Zeitpunkt mehr die Texte vorzulesen? @leitmedium dein kleiner Sohn müsste ja auch so alt sein?! Und habt ihr Büchertips für das Alter?!

    Noch kurz zu uns: seit knapp zwei Jahren in SüdFrankreich lebend, mit großem (2y) und kleinem Kind (4m), bin ich froh über tolle Blogs wie Eurem Deutschland nicht aus den Augen zu verlieren. Im Bezug auf Bindungsorientierer Erziehung, Elternschaft und allem was dazu gehört. Ist hier traurigerweise kaum existent. (Tragen, Stillen, Blw sind exotisch und das Familienbett am Rande des pädophilen..🙄) freue mich wirklich! auf ein Osterfest im Kalten Deutschland und auf euren nächsten Podcast!

    • Danke für die lieben Worte! Ich glaube, mit dem Vorlesen kann man einfach immer wieder Vorlesesituationen anbieten. Natürlich funktioniert nicht gleich ein Roman, wobei auch nichts dagegen spricht, abends mit einer beruhigenden Stimme „irgendwas“ vorzulesen. Aber ansonsten mit Kind auf dem Schoß gemeinsam Bücher erkunden, klappt wahrscheinlich mit 2 schon gut. Es muss halt beiden Spaß machen. Hier sind sehr beliebt die „Luzie und Lottchen“-Bücher. Mochten alle Kinder sehr, sind liebevoll gemalt und meistens gibt es auch Klappen und so, damit man etwas Interaktion mit den Büchern hat.

      Viele Grüße nach Südfrankreich, wo das Wetter geade bestimmt besser ist also hier.

  11. Hallo Ihr Beiden,

    Danke für euren tollen ersten Podcast. Hab ihn mir jetzt erst angehört und werde direkt denn Zweiten an hören. Ich habe noch eine Frage zum Lesealter, ab wann habt ihr bzw Du Winnie the puh vorgelesen. Wir sind auch extreme Leseratten und lesen sehr viel vor. Da unsere Kinder 3 und 5 sind, ist es manchmal schwierig Bücher zu finden, die Jung und alt gefallen und den elterlichen Ansprüchen gerecht werden (Zeilen auslassen, spontan umändern oder überblättern). Die Bibliothek, hier Bücherei (ist das ein Ost/West-Ding oder regional unterschiedlich?), besuchen alle sehr gerne. Kann ich nur empfehlen.
    Liebe Grüße
    Dorothea

    • Hallo Dorothea,

      schön, dass Dir MKL gefällt! Wir haben sehr früh mit dem Vorlesen begonnen. Manchmal mögen Kinder ja auch einfach abends eine sonore Stimme zum Einschlafen. Da kann man dann seinen Tag erzählen, oder einfach ein schönes Buch vorlesen, das einem selber auch gefällt. Ich glaube, man sollte ans Vorlesen einfach nicht so hohe Ansprüche haben, dass das Kind dann Notizen macht und morgens die Geschichte nacherzählt 😉 Wenn die Situation einfach schön ist, ist es richtig. Es sollte nur einfach für niemanden unangenehm sein.

      Zu Bücherei versus Bibliothek habe ich erstmal nur das hier gefunden:

      »Das Wort „Bibliothek“ wurde aus dem Griechischen übernommen. Bereits in der Antike bezeichnete das Wort βιβλιοθήκη (biblio-thḗkē) einen „Buch-Behälter“.[9] Das kann ein Raum mit Ablagen sein, ein Kasten oder eine Kiste, bei den Römern genannt „scrinium“ oder „capsa“.[10] „Bücherei“ ist eine 1658 von Johann Amos Comenius eingeführte Lehnübersetzung aus dem Niederländischen.[11] Mit dem Begriff „Bibliothek“ wird das solitäre Bauwerk wiederum erst mit dem 18. Jahrhundert identifiziert.[12]« (Quelle: Wikipedia)

      Viele Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert